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AKTUELL

 
Einladung zur Veranstaltung des Kulturverein Erlauf

20 Jahre Kraus-Kassegg Literaturpreis
IN MEMORIAM GISELA OFENBÖCK
Bekanntes und Unbekanntes aus dem Nachlass

Freitag , 18. November 2016 um 19 Uhr

Musikalische Begleitung: Karin Thier

Freiwillige Spenden sind erbeten.
Ab 18 Uhr kann die Dauerausstellung des Museums ERLAUF ERINNERT zum Sonderpreis von € 3,- besucht werden.



 
Dem Museum ERLAUF ERINNERT wurde am 6. Oktober 2016 das Museumsgütesiegel des österreichischen Museumsbundes verliehen wurde.


Foto: Margit Fröhlich

Bericht auf ORF ON:
http://noe.orf.at/news/storie...

Die Verleihung der Museumsgütesiegel 2016 fand im Rahmen des Österreichischen Museumstages von 6. - 8. Oktober in Eisenstadt statt.



 

Franz Wiesenhofer vom Erlauftaler Bildungskreis im Gespräch mit
ZeitzeugInnen aus Erlauf


Erlaufer Trachtenmusikkapelle vor dem Museum
Fotos: Remigio Gazzari

Die "ORF Lange Nacht der Museen" rund um und im Museum ERLAUF ERINNERT

Am Samstag, den 1. Oktober 2016, findet in ganz Österreich die "ORF-Lange Nacht der Museen“ statt. Bereits zum 17. Mal initiiert der ORF die Kulturveranstaltung.

Programm anlässlich der ORF langen Nacht im Museum ERLAUF ERINNERT:
18:00
Schnitzeljagd für Kinder
via Speech Code – mit Preisen
19:00
Die Kuratorinnen Remigio Gazzari und Johanna Zechner begleiten durch das Museum
von 19:00 bis 23:00
Meditativer Friedensweg
Es besteht stündlich die Gelegenheit zur Teilnahme am "Meditativen Friedensweg" der Kirche Erlauf.
20:00
Zeitzeugen erzählen – „Erinnerungen an den 8. Mai 1945“
Ein moderierter Abend mit bekannten und neuen Zeitzeugen.
ab 22:30
Feuerzauber am Marktplatz
Mit musikalischer Untermalung.



 
Wir freuen uns, dass das Museum ERLAUF ERINNERT für die Auszeichnung Orte des Respekts nominiert wurde.







 
Informationstermin für Lehrerinnen und Lehrer

Donnerstag, den 22. September 2016 um 17:00


Das Team Museum ERLAUF ERINNERT freut sich Ihnen das 2015 eröffnete Museum, die Ausstellung und das Vermittlungsprogramm für Schulklassen vorzustellen.

Das Museum ERLAUF ERINNERT beschäftigt sich mit dem Geschichte des 2. Weltkrieges und des Kriegsendes, dem Nationalsozialismus und seinen Folgen, mit Erinnerungskultur, sowie mit der Wirkung von zeitgenössischer Kunst, die im öffentlichen Raum von Erlauf eine lange Tradition hat.
All diese Themen werden in der neu geschaffenen Ausstellung am Beispiel des kleinen Ortes Erlauf behandelt, sind somit leicht vermittelbar und richten sich insbesondere an die nachfolgenden Generationen, die zur Zeit des NS-Regimes und des Krieges in Europa kaum persönliche Bezüge haben. Umso wichtiger erscheint die Bildungsarbeit mit jungen Menschen in diesem Zusammenhang.

Programm:
Das Kuratorinnenteam führt Sie durch die Ausstellung.
Maria Theresa Moritz (Kunst-und Kulturvermittlerin) stellt Ihnen das Vermittlungsprogramm für Schulklassen ab der 8. Schulstufe vor.
Im Anschluss laden wir zu einem Glas Sekt ein.

Zum Vermittlungsangebot "In Erinnerung an..."
Im Fokus steht die partizipative Annäherung an Zeitgeschichte, Erinnerungskultur und Kunst. Nach einer kurzen Einführung erkunden die Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen ausgewählte Themen der Ausstellung und finden persönliche Bezüge die in den gemeinsamen Ausstellungsrundgang einfließen. Die Geschichtsvermittlung entlang persönlicher Zugänge und Assoziationen hat zum Ziel die komplexen
historischen Themen altersgemäß aufzubereiten und zu vermitteln.
Alter: ab der 8. Schulstufe
Dauer: 2 Stunden
Kosten: Eintritt 3 Euro/ Schülerin und Schüler, Vermittlungsprogramm gratis

Anmeldung erbeten unter:
erlauf@friedensgemeinde.at oder Tel +43 2757 61053



 
Noch bis 30. Oktober 2016:
Ausstellung von Manaf Halbouni
"Wollt ihr Freiheit"



Fotos: Wolfgang Wössner

Wollt ihr Freiheit" ist der Titel der mehrteiligen temporären Installation des deutsch-syrischen Künstlers Manaf Halbouni, die das Museum ERLAUF ERINNERT mit dem Außenraum verbindet. Zwei aus Beton gegossene Skulpturen und ein Wandrelief bilden den zentralen Teil der Installation. Eine Skulptur gibt das arabische Wort für "Unterdrückung" wieder, das Relief den Satz "Wollt ihr Freiheit". Mit ihm erinnert der Künstler an die Demonstrationen zu Beginn des Bürgerkriegs in Syrien, bei denen Einsatzkräfte Demonstranten diese rhetorische Frage stellten, während sie auf die Menschen einschlugen. "Beton strahlt für mich sowohl Stärke und Macht als auch Widerstand gegenüber allem aus. Er besitzt sogar eine kriegerische und zerstörerische Gewalt, die mit einer gewissen Gefühllosigkeit und Nüchternheit einhergeht", sagt Manaf Halbouni. Die Skulptur „Heller Stern“ im Außenraum ergänzt die Denkmäler der Amerikanerin Jenny Holzer und des Russen Oleg Komov, die für das Ende des Zweiten Weltkrieges stehen. Mit dem über gepresste Autoschrottteile gegossenen Betonquader verweist Halbouni auf die Kriege der Gegenwart und die Ruinen, die sie hinterlassen, aber auch auf die Hoffnung der Menschen, diese wiederaufzubauen. Der in ihn eingelassene Stern, ein zentrales Formelement in der orientalischen Architektur, hat dagegen grenzüberschreitende symbolhafte Bedeutungen in unterschiedlichen Kulturkreisen.
Eine Verbindung zur Gegenwart stellen auch die Interventionen des Künstlers in den Vitrinen des Museums dar. So ergänzte er zum Beispiel eine Vitrine mit historischen Dokumenten durch seinen syrischen Pass und Auszüge aus seinem Briefverkehr mit der Deutschen Bundeswehr, die ihn vom Militärdienst ausschloss, oder ließ die Namen auf den Sesseln im Veranstaltungsraum durch die arabische Bezeichnung für "Der unbekannte Soldat" erweitern.
(Cornelia Offergeld)



 
Schriftverkehr

Im Mai 2016 errichtete der deutsch-syrische Künstler Manaf Halbouni mit der Zustimmung der Friedensgemeinde Erlauf seine Skulptur "Heller Stern". Der Künstler verweist mit seiner Arbeit auf gegenwärtige Kriege und die dadurch entstehenden Ruinen aus Beton und Eisen sowie auf Ausgrenzung und Flucht: eine Thematik, die offenbar polarisiert. Anonyme BürgerInnen ergänzten das Kunstwerk mit weiteren Attributen und hinterließen - teils polemische - Nachrichten, auf die Halbouni ebenfalls schriftlich antwortete.




Fotos: Wolfgang Wössner, Gemeinde Erlauf, Johanna Zechner



 
Vom 18. bis 21. April goss Manaf Halbouni in einem Zelt auf dem Erlaufer Hauptplatz seine Skulpturen. Auf diese Weise lud der Künstler die Bewohner_innen von Erlauf ein, an dem Entstehungsprozess der Skulpturen teilzuhaben und sich dazu auszutauschen.

Seine Arbeiten sind noch bis 30. Oktober im Museum ERLAUF ERINNERT und beim Denkmal von Jenny Holzer zu sehen.



Fotos: Wolfgang Wössner



 
Informationstermin für Lehrerinnen und Lehrer

Dienstag, den 24. Mai 2016 um 17:00


Das Team Museum ERLAUF ERINNERT freut sich Ihnen das 2015 eröffnete Museum, die Ausstellung und das Vermittlungsprogramm für Schulklassen vorzustellen.

Das Museum ERLAUF ERINNERT beschäftigt sich mit dem Geschichte des 2. Weltkrieges und des Kriegsendes, dem Nationalsozialismus und seinen Folgen, mit Erinnerungskultur, sowie mit der Wirkung von zeitgenössischer Kunst, die im öffentlichen Raum von Erlauf eine lange Tradition hat.
All diese Themen werden in der neu geschaffenen Ausstellung am Beispiel des kleinen Ortes Erlauf behandelt, sind somit leicht vermittelbar und richten sich insbesondere an die nachfolgenden Generationen, die zur Zeit des NS-Regimes und des Krieges in Europa kaum persönliche Bezüge haben. Umso wichtiger erscheint die Bildungsarbeit mit jungen Menschen in diesem Zusammenhang.

Programm:
KuratorInnenteam (Johanna Zechner, Cornelia Offergeld, Remigio Gazzari) führt Sie durch die Ausstellung.
Maria Theresa Moritz (Kunst-und Kulturvermittlerin) stellt Ihnen das Vermittlungsprogramm für Schulklassen ab der 8. Schulstufe vor.
Im Anschluss laden wir zu einem Glas Sekt ein.

Anmeldung erbeten unter:
erlauf@friedensgemeinde.at oder Tel +43 2757 61053



 


Fotos © Wolfgang Wössner

Programm zu den Friedenstagen Erlauf 2016

Freitag, 6. Mai 2016, 19:00
Präsentation des Films „ERLAUF ERINNERT“
von Maria Stipsicz
im Gasthaus Mostlandl in Erlauf
Anlässlich des ersten Geburtstags bietet der Film von Maria Stipsicz einen Rückblick auf die Eröffnung und die Friedenstage 2015. Mit Interviews mit Erlaufer_innen, den Museumsmacher_innen und den Nachfahren_innen stellt die Filmemacherin die teilweise sehr persönlichen Geschichten des Museums in den Mittelpunkt ihrer Dokumentation.

Samstag, 7. Mai 2016, ab 17:00

Eröffnung der Installation
„Wollt ihr Freiheit” von Manaf Halbouni

und
Buchpräsentation
ERLAUF ERINNERT, Begleitband zum Museum der Friedensgemeinde



Programm:

17:00 Treffpunkt beim Mahnmal Jenny Holzer,
Musik: Großmütterchen Hatz Salon Oskar

18:00 Eröffnung Manaf Halbouni
Es sprechen:
Bürgermeister Franz Engelmaier
Cornelia Offergeld, , Kunsthistorikerin
Karl Moser, Abgeordneter zum NÖ Landtag in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll

Für Erlauf plante der deutsch-syrische Künstler Manaf Halbouni eine mehrteilige Installation. Im Museum werden neben Interventionen in der permanenten Ausstellung zwei aus Beton gegossene Skulpturen zu sehen sein. Die eine gibt das arabische Wort für „Unterdrückung“, die andere den arabischen Satz „Wollt ihr Freiheit“ wieder – jene rhetorische Frage, die Einsatzkräfte zu Beginn des syrischen Bürgerkrieges Demonstrant_innen stellten, während sie diese verprügelten.

Im Außenraum wird Halbouni neben den beiden Denkmälern von Jenny Holzer und Oleg Komov, die für das Ende des Zweiten Weltkrieges stehen, eine Skulptur mit dem Titel "Heller Stern" installieren.

19:00 Buchpräsentation und Gespräch
ERLAUF ERINNERT, Zeitgeschichte, Erinnerungskultur und Kunst im öffentlichen Raum
mit Wolfgang Kos (Kulturhistoriker), Remigio Gazzari (Kurator), Tatiana Lecomte (Künstlerin) und Uli Marchsteiner (Ausstellungsdesigner)

ERLAUF ERINNERT, Begleitband zum Museum der Friedensgemeinde Erlauf
Der Begleitband "ERLAUF ERINNERT. Zeitgeschichte, Erinnerungskultur und Kunst im öffentlichen Raum" bietet eine Auflistung aller Ausstellungsobjekte, Zeitzeug_innenzitate, Bildmaterial zur Ausstellung und den Kunstprojekten in Erlauf, zwei aktuelle künstlerischen Beiträge sowie eine Reihe kulturwissenschaftlicher Texte zum Museum.
mit Beiträgen von Katharina Blaas-Pratscher, Remigio Gazzari/Johanna Zechner, Manaf Halbouni, Wolfgang Kainzner, Wolfgang Kos, Tatiana Lecomte, Uli Marchsteiner, Sasa Markus, Cornelia Offergeld, Jörg Skriebeleit.
Herausgegeben von / Edited by:
Katharina Blaas-Pratscher, Remigio Gazzari, Uli Marchsteiner,
Cornelia Offergeld, Johanna Zechner
Für das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung,
Abteilung Kunst und Kultur, St. Pölten
Studien Verlag, Innsbruck 2016
| ISBN 978-3-7065-5576-0 |

Shuttlebus am 7. Mai 2016 nach Erlauf, ab Wien zwischen Universität und Rathauspark.
Abfahrt: 15:00, Rückfahrt: ca. 21:00 Unkostenbeitrag: EUR 5,-.
Um Anmeldung bis 3. Mai 2016 wird gebeten unter +43 (0) 2742 9005 16273.

Fotos © Wolfgang Wössner




 
"Einer, der nicht hassen konnte..."
Karl Farkas Emigration und Heimkehr

Präsentation der Publikation
am 5. März 2016 um 16 Uhr
im Museum ERLAUF ERINNERT
Literatur & Biografie:Klaus Haberl liest Gedichte von Karl Farkas, Katharina Strasser erzählt dazu aus seinem Leben.

Im Rahmen der Präsentation werden Dokumente aus dem Nachlass Karl Farkas gezeigt, die bis zum 24. April 2016. im Museum ERLAUF ausgestellt sind.
Kuratorin: Katharina Strasser

Verbindliche Anmeldung bis. 1. März 2016:
Brigitte.hoffmann@noel.gv.at
Tel: 02742/ 9005 13104

Karl Farkas (1893-1971) gilt als einer der wichtigsten Schauspieler und Kabarettisten seiner Zeit. Mit seinen Bilanzen und Doppelconférencen schrieb er sich unwiderruflich in das kollektive Gedächtnis ein und ist nach wie vor ein Fixstern der Österreichischen Kabarettszene. In der Erinnerung Vieler setzt das Schaffen und Wirken von Karl Farkas erst jedoch ab den 50iger Jahren mit dem Kabarett Simpl ein, in dem er die künstlerische Leitung inne hatte und bis zu seinem Tod Star des Ensembles war. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass Karl Farkas 1938 gezwungen war, vor den sich veränderten politischen Zuständen und deren Auswirkung zu flüchten.
Mit 45 Jahren gelang ihm im letzten Augenblick noch die Flucht vor dem NS Regime. Eine Flucht, die fast drei Jahre dauern sollte und ihn über die Tschechoslowakei, Frankreich, Spanien, Portugal und in den rettenden Hafen von New York führte.
8 Jahre später kehrte Karl Farkas nach Österreich zurück.

In der Sammlung der Dokumentationsstelle für Literatur in Niederösterreich befindet sich ein Teilnachlass (Manuskripte, Fotos, Lebensdokumente) von Karl Farkas.
Die Dokumente dieses Bestandes sind Basis der Ausstellung, die die Geschichte seiner Vertreibung und Flucht, seinem Exil und seiner Heimkehr nach Österreich in den Fokus nimmt.
Die Ausstellung in der NÖ Landesbibliothek ist bis zum 25. März 2016 zu sehen.

Eine Veranstaltung der Dokumentationsstelle für Literatur in Niederösterreich in Kooperation mit dem Museum ERLAUF ERINNERT
Abteilung Kunst und Kultur




Fotos © Matthias Mollner



 
Friedenstage 2015 - Eröffnung ERLAUF ERINNERT



Fotos: © Wolfgang Wössner bzw. © eSeL.at
Weitere Bilder unter www.publicart.at




 
08.–10.05.2015    Friedenstage 2015

8. Mai:
11.45 Uhr - Friedensläuten der Kirchenglocken in ganz Niederösterreich
21.00 Uhr - Start des 24-Stunden-Programms mit Fackelzug, Konzerten, Lesungen u.a.

9. Mai, Festakt zur Eröffnung:
15.00 Uhr - Eröffnung des Museums mit LH Dr. Erwin Pröll
Moderation: Dr. Susanne Scholl
16.40 Uhr - SchülerInnen der ÖKO-NMS begleiten durch die Ausstellung

10. Mai:
Führungen durch das Museum, Abschlusskonzert

Detailliertes Programm hier.



 
ERLAUF ERINNERT - Newsletter III

"Wie die Erinnerung nach Erlauf kam"

Das Treffen der alliierten Generäle in Erlauf 1945 geriet in der unmittelbaren Nachkriegszeit vorerst in Vergessenheit. Ende der 1950er Jahre entdeckte der aus Erlauf stammende Emigrant Ernst Brod in einer Bibliothek in Berkeley, Kalifornien, eine Broschüre der 65th Infantry Division, in dem das Ereignis vom 8. Mai 1945 beschrieben wurde. Er nahm Kontakt zu dem gebürtigen Pöchlarner Frank Schanzer in Ohio auf, der als Mitglied dieser Division die Broschüre mitverfasst hatte. Dieser sandte das Büchlein mit dem Titel „Right to be Proud“ an Brod und Brod wiederum an seinen Jugendfreund Franz Stangler nach Erlauf. Franz Stangler machte es sich zur Aufgabe, das Treffen der Generäle aufzuarbeiten und öffentlich bekannt zu machen. Dabei blieb jedoch die Tatsache, dass das Wissen um das historische Ereignis vor allem zwei aus der Region vertriebenen jüdischen Emigranten zu verdanken ist, lange im Hintergrund.

2015 griff die Künstlerin Tatiana Lecomte die Thematik auf und befasste sich mit den Leben der Vertriebenen Ernst Brod und Frank Schanzer. Das aus ihren intensiven Recherchen hervorgegangene Buchprojekt Then Hitler invaded Austria. Vertreibung in die Sehnsucht wird anlässlich der Eröffnung von ERLAUF ERINNERT präsentiert und als temporäre Installation Teil des Museums sein.



 
ERLAUF ERINNERT - Newsletter II

"Whisky, Vodka und Veltliner"

Verlief das Treffen der alliierten Generäle in Erlauf 1945 zunächst von der Öffentlichkeit völlig unbemerkt, kam die Erinnerung an das historische Ereignis rund 20 Jahre später über Umwege nach Erlauf zurück. Die jüdischen Emigranten Ernst Brod und Frank Schanzer übermittelten eine Broschüre der US-Armee-Division, die das Treffen dokumentierte und setzten so eine bis heute gelebte Erinnerungskultur in Gang. Im Mai 1965 fand schließlich die erste offizielle Gedenkfeier in Erlauf statt: Verteidigungsminister Georg Prader reiste aufsehenerregend in einem Militärhubschrauber an und enthüllte feierlich im Beisein des sowjetischen Botschafters Awilow und des amerikanischen Botschafters Riddleberger eine Gedenktafel am Haus Scheichelbauer, in dem sich die Generäle zu Kriegsende getroffen hatten. Als Zeichen der besonderen Verbindung wurde zu diesem Anlass gemeinsam getrunken – nämlich Whisky, Vodka und Veltliner.

Im Jahr 2002 griff der Künstler Roman Ondák für die temporäre Ausstellung "Erlauf erinnert sich" die Szenerie des ersten offiziellen Gedenkakts und weiterer Begebenheiten der jüngeren Ortsgeschichte auf. Er stellte diese für die Gemeinde bedeutsamen Handlungen mit Kindergarten- und Schulkindern nach und verteilte die Sujets der "zukünftigen Repräsentant_innen" auf Plakaten in ganz Erlauf. Ondák verweist mit seiner Arbeit auf die Bedeutung ritueller Gestik. Mit der Nachinszenierung zeigt er, wie Offizielles, Historisches und Bedeutungsvolles erzeugt werden kann. Die Installation ist im Archiv der Kunst des neuen Museums ERLAUF ERINNERT dokumentiert.



 
ERLAUF ERINNERT - Newsletter I

"Wie aus dem Treffen zweier Generäle zwei Denkmäler für den Frieden entstanden."

In der Nacht von 8. auf 9. Mai 1945 trafen sich – mitten in den Wirren der letzten Kriegstage – ein sowjetischer und ein amerikanischer General in einem Privathaus an der Bundesstraße 1 in Erlauf, um per Handschlag das Ende des Zweiten Weltkriegs zu besiegeln.

Von der Öffentlichkeit zunächst unbeachtet, wurde dieses historische Ereignis ab den 1960er-Jahren regelmäßig mit Friedensfeiern gewürdigt. Zum 50-jährigen Gedenken des Kriegsendes veranlasste ein engagierter Bürgermeister, 1995 zwei Friedensdenkmäler in der Ortsmitte zu errichten. In Zusammenarbeit mit Kunst im öffentlichen Raum wurden eine Skulpturengruppe des sowjetischen Künstlers Oleg Komov und eine Licht-Installation der amerikanischen Konzeptkünstlerin Jenny Holzer realisiert.

Formal sehr unterschiedlich sind diese künstlerischen Arbeiten im öffentlichen Raum nun nach 20 Jahren selbst Teil der Geschichte und zu Wahrzeichen der Friedensgemeinde Erlauf geworden. Zahlreiche temporäre Kunstprojekte folgten, die sich mit Krieg, Vergangenheitsbewältigung und Geschichtsbewusstsein auseinandersetzten. Die künstlerischen Reflexionen über zeitgeschichtliche Ereignisse und die Auswirkungen des Krieges auf den Ort und seine Bewohner_innen stehen im Fokus des neuen Museums ERLAUF ERINNERT.